Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für den Schutz von Asylsuchenden, Vorläufig Aufgenommenen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für Respekt, Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention.

News

UNHCR New Global Trends Report 2018

Erstmals mehr als 70 Millionen: Wieso die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen immer weiter ansteigt – und wieso Europa das kaum spürt

Innert weniger Jahre hat sich die Zahl der Schutzsuchenden weltweit verdoppelt.
Wer sind diese Menschen, und wohin gehen sie?
Eine Übersicht in sechs Grafiken.

NZZ/UNHCR ,  Juni 2019

Die Zahl der weltweit Vertriebenen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt

Quelle: UNHCR – Grafik: urf

Nie zuvor waren so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Ende 2018 lag deren Zahl laut den neuesten Erhebungen des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bei 70,8 Millionen. Das sind 2,3 Millionen mehr als im Vorjahr – und rund doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Damit ist die Zahl der Vertriebenen, zu denen das UNHCR Flüchtlinge, Asylsuchende und intern Vertriebene zählt, zum sechsten Mal in Folge angestiegen.

 

 

 

Die meisten Vertriebenen bleiben in ihrem Herkunftsland –
auch Flüchtlinge reisen selten weit

Prozentuale Aufteilung der 70,8 Millionen Vertriebenen

Die Zahl der Flüchtlinge – jene Menschen, die im Ausland als Schutzbedürftige anerkannt werden – lag zuletzt bei 25,9 Millionen. Doch auch Flüchtlinge reisen selten weit. Laut den Zahlen des UNHCR leben 80 Prozent aller Flüchtlinge in einem Land, das an ihren Heimatstaat grenzt.

Nicht weit zu reisen, heisst übrigens nicht, bald wieder nach Hause zurückzukehren. Laut dem UNHCR sind weltweit vier von fünf Flüchtlingen seit über fünf Jahren schutzbedürftig. Jeder fünfte Flüchtling ist gar seit mehr als zwanzig Jahren auf Schutz angewiesen.

Zwei Drittel aller Flüchtlinge stammen aus lediglich fünf Ländern

(Grafik zum Vergrössern anklicken)
Wenngleich es weltweit Flüchtlinge aus mehreren Dutzend Ländern gibt, stammen die meisten von ihnen heute aus einigen wenigen. Zwei von drei Flüchtlingen kamen per Ende 2018 aus gerade einmal fünf Staaten. Jeder vierte Flüchtling war ein Syrer.
Schaut man sich die Top-10-Herkunftsländer an, repräsentieren diese gar 82 Prozent aller Flüchtlinge.


Die Türkei beherbergt mehr Flüchtlinge als alle anderen europäischen Staaten zusammen

Am meisten Flüchtlinge leben weltweit in Subsahara-Afrika.
Besonders viele gab es Ende 2018 in Ostafrika und am Horn von Afrika.
Das ist eine Folge der vielen Konflikte in der Region, insbesondere in Somalia, Südsudan und Kongo-Kinshasa.

Nicht weit dahinter folgt kein anderer Kontinent, sondern ein einzelnes Land:
Die Türkei beherbergte Ende 2018 rund 3,7 Millionen Flüchtlinge – mehr als ganz Europa.

Die meisten Flüchtlinge leben in armen Ländern


Weltweit gibt es fünf Länder, in denen mehr als eine Million Flüchtlinge lebt.
Die Türkei führt diese Liste an, Deutschland liegt mit rund einer Million beherbergter Flüchtlinge auf Platz fünf.

Wenn man die Zahl der in einem Land aufgenommenen Flüchtlinge in Relation zur Einwohnerzahl setzt, sieht die Situation etwas anders aus:
Hier führt Libanon mit 145 Flüchtlingen pro 1000 Einwohner die Rangliste deutlich an. Es folgen Jordanien (72 Flüchtlinge), die Türkei (45), Tschad (29), Uganda und Sudan (je 26). Europas Spitzenreiter in dieser Kategorie sind Schweden (25) und Malta (20).

Was auffällt: Die Staaten mit den meisten Flüchtlingen sind oft Entwicklungsländer.
Die Zahlen des UNHCR bestätigen dies: Laut diesen beherbergen die reichsten Länder («high income countries») pro 1000 Einwohner im Schnitt 2,7 Flüchtlinge, bei den Schwellen- und Entwicklungsländern sind es 5,8.

Im viel gelobten Äthiopien sind jüngst am meisten Menschen vertrieben worden

Neue Vertriebene pro Land im Jahr 2018 (in Millionen)

Äthiopien: Obwohl Äthiopien und sein neuer Ministerpräsident Abiy Ahmed für den Kurs der politischen Reformen seit Monaten viel Lob erhalten, hat sich die Sicherheitslage in mehreren Regionen des Landes jüngst eher noch zugespitzt. Die Zahlen sprechen dabei eine sehr deutliche Sprache: In keinem anderen Land sind 2018 mehr Menschen vertrieben worden als in Äthiopien. Die grosse Mehrheit von ihnen (98 Prozent) fliehen aber nicht ins Ausland, sondern suchen Schutz in anderen Teilen des Landes.

Syrien: Auch im vergangenen Jahr wurden fast 900 000 Syrer vertrieben. Rund zwei Drittel von ihnen suchten im Ausland Schutz, die meisten in der Türkei. Die Zahl der syrischen Vertriebenen beträgt inzwischen rund 13 Millionen. Aus keinem Land der Welt stammen annähernd so viele Vertriebene.

Nigeria: Rund 660 000 Nigerianer mussten ihren Wohnort im vergangenen Jahr unfreiwillig verlassen. Die meisten von ihnen blieben jedoch im Land. Grund dafür war insbesondere die anhaltend schwierige Sicherheitslage im Norden des Landes, wo die Terrormiliz Boko Haram seit Jahren Angst und Schrecken verbreitet.

Venezuela: 2018 stellten über 350 000 Venezolaner in einem Nachbarstaat ein Asylgesuch. Die meisten von ihnen taten dies im angrenzenden Kolumbien oder in Peru, wo insgesamt bereits mehr als 1,5 Millionen Venezolaner leben. Eines der Hauptprobleme: Nur wenige Venezolaner wurden bisher als Flüchtlinge anerkannt. Bis Ende 2018 erhielten gerade einmal 21 000 Venezolaner, die ins Ausland geflüchtet waren, den Flüchtlingsstatus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2017 waren so viele Menschen auf der Flucht wie noch nie

Zum fünften Mal in Folge ist die Anzahl Flüchtlinge gestiegen.
Entgegen gängigen Vorurteilen lebt die Mehrheit von ihnen ausserhalb Europas.

19. Juni 2018

68,5 Millionen Menschen waren Ende 2017 auf der Flucht. Das sind mehr als alle Einwohner Frankreichs zusammengenommen – und so viele wie noch nie zuvor. Zum fünften Mal in Folge ist die Anzahl Flüchtlinge gestiegen, um fast drei Millionen seit dem Vorjahr. Dies sei der grösste Anstieg der Flüchtlingszahlen in einem Jahr seit der Gründung des UNHCR, schreibt das Hilfswerk der Uno. Die Ursachen sind vor allem die Kriege und Konflikte in Syrien, Afghanistan, Burma, im Südsudan und in Kongo. Die Leidtragenden sind mehrheitlich Kinder und Jugendliche. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sind unter 18 Jahre alt, viele wurden von ihren Familien getrennt.

Der UNHCR unterscheidet zwischen Flüchtlingen, Asylsuchenden und Binnenvertriebenen. Letztgenannte bilden eine deutliche Mehrheit der Menschen auf der Flucht. 40 Millionen sind Vertriebene im eigenen Heimatland. Gut 25 der 68,5 Millionen sind Flüchtlinge, die ihr Land verlassen mussten. Die Zahl der Asylsuchenden, die Ende 2017 auf den Asylentscheid warteten, betrug mehr als drei Millionen. Migranten, die aus wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verlassen, sind im Bericht nicht aufgeführt.

Global Report 2017

 

Flüchtlingskrise in Bangladesh

FHL 22mai18/
Mehr als ein halbes Jahr ist es her, dass Hunderttausende Angehörige der burmesischen Rohingya in Panik vor der Gewalt in ihren Heimatdörfern flohen. Verstört, erschöpft, mit leeren Händen überquerten sie die Grenze nach Bangladesh, über die Hälfte von ihnen waren Kinder. Dicht gedrängt und unter widrigsten Umständen leben sie seither in provisorischen Auffanglagern.

Nun zeichnet sich durch die Monsunzeit eine neue Tragödie ab. Bereits die ersten Regenfälle haben Hänge ins Rutschen gebracht. Stürme beschädigen die behelfsmässigen Unterkünfte. Und das sind erst die Vorboten dessen, was die Menschen in den kommenden Wochen und Monaten erwartet. UNICEF arbeitet unter Hochdruck daran, Hütten und Infrastrukturen abzusichern und die Wasserversorgung aufrechzuerhalten. Doch es sind dringend weitere Anstrengungen nötig, und die Zeit läuft davon.

Helfen Sie UNICEF, die traumatisierten Rohingya-Kinder vor einer neuen Katastrophe zu bewahren. UNICEF dankt Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung.  Zur Hilfe hier klicken

Warum UNICEF?

 

 

 

 

 

Nansen Preisverleihung 2017

Nansen-Flüchtlingspreis

Eine Auszeichnung für ausserordentliches Engagement im Flüchtlingsschutz

Der Nansen-Flüchtlingspreis ist nach dem berühmten norwegischen Forscher Fridtjof Nansen benannt. Fridtjof Nansen hat nicht nur die Polarregionen der Welt erforscht, sondern war auch der erste Flüchtlingshochkommissar des Völkerbundes. Als sich Europa nach dem Ersten Weltkrieg im Wiederaufbau befand, hat sich Fridtjof Nansen für Flüchtlinge eingesetzt und wurde so zu einem Vorbild für kommende Generationen.

Seit 1954 wird der Nansen-Flüchtlingspreis von der Schweizer und der norwegischen Regierung verliehen. Die Auszeichnung besteht aus einer Erinnerungsmedaille und einem Geldpreis über 150’000 Dollar, die jedes Jahr im Oktober an Einzelpersonen oder Organisationen vergeben werden, um deren aussergewöhnlichen Einsatz für den Flüchtlingsschutz zu würdigen.

Die Preisträger stehen für die Werte, die Fridtjof Nansen zeit seines Lebens verkörpert hat: eine feste Überzeugung und Beharrlichkeit im Angesicht von Herausforderungen:

„The first great thing is to find yourself
and for that you need solitude and contemplation
– at least sometimes.
I can tell you deliverance will not come
from the rushing noisy centers of civilization.
It will come from the lonely places.“  (Fridtjof Nansen)


                                           

Mehr zum Nansen-Flüchtlingspreis 2017                                                            Mehr zu Fridtjof Nansen

 

10 Personen als „Relocation Flüchtlinge“

Anfangs Juli 2017 bezog die letzte Familie der 9 anerkannten Flüchtlinge mit Status B aus dem Relocation-Programm eine noch von der Flüchtlingshilfe organisierte Wohnung. Die 10. Person mit der Vorläufigen Aufnahme „F“ verbleibt in den Strukturen der Flüchtlingshilfe.

Am Dienstag, 17. Jan. 2017 traf die erste, 10-köpfige Gruppe der von der Regierung bewilligten Relocation Flüchtlinge ein. Diese Personen durchlaufen das normale Asylverfahren in Liechtenstein.
Sie alle sind wohlauf, aber müde von der langen Reise aus Griechenland und werden wie alle anderen Asylsuchenden von der Flüchtlingshilfe Liechtenstein betreut. Kurz nach dem Mittag trafen sie im Aufnahmezentrum ein. Nach einer kurzen Begrüssung und ersten Informationen gabs erst mal etwas Warmes zu essen und trinken. Anschliessend wurde die Unterkunft bezogen, damit alle erst einmal richtig ankommen konnten. Dies entspricht dem normalen Aufnahmeprozedere der Flüchtlingshilfe. In den kommenden Tagen gilt es viel Information und Administration zu begreifen und zu bewältigen: Nebst den Asylbefragungen im Ausländer- und Passamt wird gezeigt, wie und wo die Nahrungsmittel gekauft und ins Aufnahmezentrum gebracht werden können, die Gesundheit wird gecheckt und erste Kontakte werden geknöpft. Da keine Person deutsch spricht, ist die Sprachvermittlung von Beginn an – wie immer – eine grosse Herausforderung:

Der erste Sozialisierungskurs beginnt bereits am Donnerstagmorgen.

Ziel dieser Kurse ist es, Asylsuchende in ihren speziellen Lebenssituationen zu unterstützen. Sie erhalten die Möglichkeit, landeskundliches Wissen zur Erstorientierung verbunden mit einfachen Deutschkenntnissen zu erwerben. Damit soll ihnen der Alltag erleichtert werden. Weiters dient der Kurs dazu, sie in ihrer Selbständigkeit zu stärken. Die Möglichkeit zur gegenseitigen Kommunikation fördert auch die Akzeptanz und das Verständnis von anderen Kulturen unter den Teilnehmenden, was letztlich die spezielle Wohngemeinschaft im Aufnahmezentrum fördert und Aggressionen abbaut.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen sich die Kursteilnehmenden Kenntnisse über Themengebiete aneignen, die für sie von besonderer Wichtigkeit sind, wie z.B. über Einrichtungen ihrer Umgebung incl. Behörden, Regelungen der medizinischen Versorgung sowie Grundstrukturen des Zusammenlebens und des Alltags in Liechtenstein. Sie erlernen dabei Grundbegriffe und sprachliche Wendungen dieser Sachgebiete, die sie in einfachen Sätzen anwenden können. Dies soll den Asylsuchenden die Eintrittsphase in unserem Land erleichtern und ihnen darüber hinaus grundsätzliche Kenntnisse über wichtige Gepflogenheiten ihres neuen Lebensumfeldes vermitteln.

Die Inhalte der Erstorientierung sind an den Bedürfnissen der Asylsuchenden hinsichtlich einer ersten Orientierung in Liechtenstein ausgerichtet. Folgende Themengebiete sollen behandelt werden:

  • Alltag in Liechtenstein
  • Arbeit
  • Einkaufen / Nahrung
  • Gesundheit / Medizinische Versorgung / Hygiene / Zahnprophylaxe
  • Kindergarten / Schule
  • Orientierung vor Ort / Verkehr / Mobilität
  • Sitten und Gebräuche in unserem Land / Lokale Besonderheiten
  • Sprechen über sich und andere Personen / Soziale Kontakte
  • Wohnen / Ruhezeiten (Lärm)
  • Verhalten im Aufnahmezentrum, wie funktioniert die Waschmaschine, wann und wie Kochen, Putzen, was bedeutet Nachtruhe
  • Wertevermittlung und Rollenverständnis (bsp. Frauenbild)
  • Verständnis- und Akzeptanzaufbau für die fremde Kultur des Mitbewohnenden
  • Rechte und Pflichten für Asylsuchende in Liechtenstein

 

 

 

Mid-Year Trends 2016

Produced and printed by UNHCR
17 February 2017

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