Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für den Schutz von Asylsuchenden, Vorläufig Aufgenommenen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für Respekt, Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention.

News

Nansen Preisverleihung 2017

Nansen-Flüchtlingspreis

Eine Auszeichnung für ausserordentliches Engagement im Flüchtlingsschutz

Der Nansen-Flüchtlingspreis ist nach dem berühmten norwegischen Forscher Fridtjof Nansen benannt. Fridtjof Nansen hat nicht nur die Polarregionen der Welt erforscht, sondern war auch der erste Flüchtlingshochkommissar des Völkerbundes. Als sich Europa nach dem Ersten Weltkrieg im Wiederaufbau befand, hat sich Fridtjof Nansen für Flüchtlinge eingesetzt und wurde so zu einem Vorbild für kommende Generationen.

Seit 1954 wird der Nansen-Flüchtlingspreis von der Schweizer und der norwegischen Regierung verliehen. Die Auszeichnung besteht aus einer Erinnerungsmedaille und einem Geldpreis über 150’000 Dollar, die jedes Jahr im Oktober an Einzelpersonen oder Organisationen vergeben werden, um deren aussergewöhnlichen Einsatz für den Flüchtlingsschutz zu würdigen.

Die Preisträger stehen für die Werte, die Fridtjof Nansen zeit seines Lebens verkörpert hat: eine feste Überzeugung und Beharrlichkeit im Angesicht von Herausforderungen:

„The first great thing is to find yourself
and for that you need solitude and contemplation
– at least sometimes.
I can tell you deliverance will not come
from the rushing noisy centers of civilization.
It will come from the lonely places.“  (Fridtjof Nansen)


                                           

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10 Personen als „Relocation Flüchtlinge“

Anfangs Juli 2017 bezog die letzte Familie der 9 anerkannten Flüchtlinge mit Status B aus dem Relocation-Programm eine noch von der Flüchtlingshilfe organisierte Wohnung. Die 10. Person mit der Vorläufigen Aufnahme „F“ verbleibt in den Strukturen der Flüchtlingshilfe.

Am Dienstag, 17. Jan. 2017 traf die erste, 10-köpfige Gruppe der von der Regierung bewilligten Relocation Flüchtlinge ein. Diese Personen durchlaufen das normale Asylverfahren in Liechtenstein.
Sie alle sind wohlauf, aber müde von der langen Reise aus Griechenland und werden wie alle anderen Asylsuchenden von der Flüchtlingshilfe Liechtenstein betreut. Kurz nach dem Mittag trafen sie im Aufnahmezentrum ein. Nach einer kurzen Begrüssung und ersten Informationen gabs erst mal etwas Warmes zu essen und trinken. Anschliessend wurde die Unterkunft bezogen, damit alle erst einmal richtig ankommen konnten. Dies entspricht dem normalen Aufnahmeprozedere der Flüchtlingshilfe. In den kommenden Tagen gilt es viel Information und Administration zu begreifen und zu bewältigen: Nebst den Asylbefragungen im Ausländer- und Passamt wird gezeigt, wie und wo die Nahrungsmittel gekauft und ins Aufnahmezentrum gebracht werden können, die Gesundheit wird gecheckt und erste Kontakte werden geknöpft. Da keine Person deutsch spricht, ist die Sprachvermittlung von Beginn an – wie immer – eine grosse Herausforderung:

Der erste Sozialisierungskurs beginnt bereits am Donnerstagmorgen.

Ziel dieser Kurse ist es, Asylsuchende in ihren speziellen Lebenssituationen zu unterstützen. Sie erhalten die Möglichkeit, landeskundliches Wissen zur Erstorientierung verbunden mit einfachen Deutschkenntnissen zu erwerben. Damit soll ihnen der Alltag erleichtert werden. Weiters dient der Kurs dazu, sie in ihrer Selbständigkeit zu stärken. Die Möglichkeit zur gegenseitigen Kommunikation fördert auch die Akzeptanz und das Verständnis von anderen Kulturen unter den Teilnehmenden, was letztlich die spezielle Wohngemeinschaft im Aufnahmezentrum fördert und Aggressionen abbaut.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen sich die Kursteilnehmenden Kenntnisse über Themengebiete aneignen, die für sie von besonderer Wichtigkeit sind, wie z.B. über Einrichtungen ihrer Umgebung incl. Behörden, Regelungen der medizinischen Versorgung sowie Grundstrukturen des Zusammenlebens und des Alltags in Liechtenstein. Sie erlernen dabei Grundbegriffe und sprachliche Wendungen dieser Sachgebiete, die sie in einfachen Sätzen anwenden können. Dies soll den Asylsuchenden die Eintrittsphase in unserem Land erleichtern und ihnen darüber hinaus grundsätzliche Kenntnisse über wichtige Gepflogenheiten ihres neuen Lebensumfeldes vermitteln.

Die Inhalte der Erstorientierung sind an den Bedürfnissen der Asylsuchenden hinsichtlich einer ersten Orientierung in Liechtenstein ausgerichtet. Folgende Themengebiete sollen behandelt werden:

  • Alltag in Liechtenstein
  • Arbeit
  • Einkaufen / Nahrung
  • Gesundheit / Medizinische Versorgung / Hygiene / Zahnprophylaxe
  • Kindergarten / Schule
  • Orientierung vor Ort / Verkehr / Mobilität
  • Sitten und Gebräuche in unserem Land / Lokale Besonderheiten
  • Sprechen über sich und andere Personen / Soziale Kontakte
  • Wohnen / Ruhezeiten (Lärm)
  • Verhalten im Aufnahmezentrum, wie funktioniert die Waschmaschine, wann und wie Kochen, Putzen, was bedeutet Nachtruhe
  • Wertevermittlung und Rollenverständnis (bsp. Frauenbild)
  • Verständnis- und Akzeptanzaufbau für die fremde Kultur des Mitbewohnenden
  • Rechte und Pflichten für Asylsuchende in Liechtenstein

 

 

 

Mid-Year Trends 2016

Produced and printed by UNHCR
17 February 2017

midyeartrends_2016

 

Was bei uns los ist

Unter der Rubrik „News / Aktivitäten“ informieren wir unter anderem laufend über besondere Anlässe mit den Asylsuchenden, Aktionen zur Unterstützung von Asylsuchenden, Besuche im Aufnahmezentrum, Initiativen von Menschen in Liechtenstein zugunsten der Asylsuchenden, Aktivitäten unseres Vereins. Wir möchten der Bevölkerung und allen Interessierten damit einen Einblick in das Leben der Asylsuchenden in unserem Land sowie in die Arbeit der Flüchtlingshilfe vermitteln und nicht zuletzt über die grosse Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung für diese Menschen berichten.