Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für den Schutz von Asylsuchenden, Vorläufig Aufgenommenen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für Respekt, Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention.

News

Mitgliederversammlung 2018 des Vereins Flüchtlingshilfe Liechtenstein

Der Verein Flüchtlingshilfe Liechtenstein führte am Mittwoch, 14. März 2018, seine diesjährige Mitgliederversammlung im Aufnahmezentrum für Flüchtlinge durch. Dabei wurden der Jahresbericht, die Bilanz und Erfolgsrechnung des letzten Jahres genehmigt. Aufgrund von Rücktritten aus dem Vorstand wählte die Mitgliederversammlung zwei neue Vorstandsmitglieder.

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Die scheidenden und neuen Vorstandsmitglieder zusammen mit dem Präsidenten
v.l.n.r.: Dr.Marianne Marxer, Peter Dahmen, Josy Biedermann, Norbert Hemmerle, Eva Frommelt-Mengou Tata

 

 

Der Verein mit seiner Geschäftsstelle im Aufnahmezentrum für Flüchtlinge kann wiederum auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Nach einem Rückgang der von der Flüchtlingshilfe betreuten Personen im Jahre 2016 stieg diese Zahl anfangs 2017 wieder deutlich an und erreichte im April mit 148 Personen einen erneuten Höchststand.

Zunahme der Zahl der betreuten Personen

In den beiden Asylzentren in Vaduz und Triesen sowie in den zur Verfügung stehenden Wohnungen standen zu diesem Zeitpunkt nur noch einzelne wenige Betten zur Verfügung. In den folgenden Monaten reduzierte sich die Anzahl der Betreuten bis September auf 101 Personen. Anschliessend nahm die Zahl der Asylgesuche und damit die Zahl der betreuten Personen allerdings wieder zu. Dieser Trend setzte sich in den Anfangsmonaten des laufenden Jahres fort. Mitte März 2018 betreute die Flüchtlingshilfe wiederum 147 Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Schutzbedürftige.
Stark angestiegen sind im vergangenen Jahr auch die Übernachtungszahlen. Mit 41’705 Übernachtungen ergab sich eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 2.9 Prozent und ein neuer Höchststand seit dem Balkankrieg in den neunziger Jahren.

Fünf Mitarbeitende, zwei Praktikanten und viele Freiwillige

Die Betreuungsaufgaben und administrativen Aufgaben der Flüchtlingshilfe teilten sich im Berichtsjahr fünf Mitarbeitende mit insgesamt 380 Stellenprozenten. Daneben unterstützten zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer sowie zwei Praktikanten die Mitarbeitenden bei ihren anspruchsvollen Aufgaben. Seit einigen Jahren bietet die Flüchtlingshilfe jungen Interessierten Praktikumsstellen an. Auch im laufenden Jahr beschäftigt die Flüchtlingshilfe wieder zwei Praktikanten, welche mit dieser Tätigkeit Erfahrungen im Hinblick auf einen künftigen Beruf im Sozialbereich sammeln können, gleichzeitig aber auch eine wertvolle Unterstützung für die Mitarbeitenden der Flüchtlingshilfe sind.

Im laufenden Jahr konnte mit der Inbetriebnahme der Videoüberwachungsanlage bei den Asylunterkünften in Vaduz und Triesen die letzte von der Regierung bewilligte Sicherheitsmassnahme umgesetzt werden. Die Installation eines Schliesssystems, die nächtlichen Kontrollen durch die Landespolizei sowie die Einrichtung eines Präsenz- und Aufsichtsdienstes in den Abendstunden sind bereits im Jahr zuvor erfolgt

Verabschiedung von zwei verdienten Vorstandsmitgliedern

An der Mitgliederversammlung konnten vier neue Mitglieder in den Verein aufgenommen werden. Der Mitgliederbestand erhöhte sich damit auf 89 Einzel- und Kollektivmitglieder. Die Mitglieder haben an der Jahresversammlung zudem zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt. Es sind dies Eva Frommelt-Mengou Tata aus Schaan sowie Peter Dahmen aus Triesenberg. Josy Biedermann und Dr. Marianne Marxer wurden aus dem Vorstand verabschiedet. Sie waren seit der Gründung der Flüchtlingshilfe im Jahre 1998 im Vorstand vertreten und haben sich in dieser Funktion während rund zwanzig Jahren mit grossem und unermüdlichem Einsatz für Asylsuchende, Flüchtlinge und Schutzbedürftige eingesetzt.

Der Vorstand der Flüchtlingshilfe setzt sich neu wie folgt zusammen: Norbert Hemmerle, Präsident; Dr. Martin Batliner, Peter Dahmen, Christoph Frommelt, Eva Frommelt-Mengou Tata, Dr. Dorothee Laternser, Renat Marxer, Ruth Ospelt und Philipp Wanger.

Der Vorsitzende dankte am Schluss der Mitgliederversammlung den Mitarbeitenden des Vereins sowie den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern für den grossen Einsatz im zurückliegenden Jahr.

Den Jahresbericht 2017 finden Sie hier

UNHCR New Global Trends Report 2017 / Aufruf zur Nothilfe UNICEF / Myanmar /

2017 waren so viele Menschen auf der Flucht wie noch nie

Zum fünften Mal in Folge ist die Anzahl Flüchtlinge gestiegen.
Entgegen gängigen Vorurteilen lebt die Mehrheit von ihnen ausserhalb Europas.

19. Juni 2018

68,5 Millionen Menschen waren Ende 2017 auf der Flucht. Das sind mehr als alle Einwohner Frankreichs zusammengenommen – und so viele wie noch nie zuvor. Zum fünften Mal in Folge ist die Anzahl Flüchtlinge gestiegen, um fast drei Millionen seit dem Vorjahr. Dies sei der grösste Anstieg der Flüchtlingszahlen in einem Jahr seit der Gründung des UNHCR, schreibt das Hilfswerk der Uno. Die Ursachen sind vor allem die Kriege und Konflikte in Syrien, Afghanistan, Burma, im Südsudan und in Kongo. Die Leidtragenden sind mehrheitlich Kinder und Jugendliche. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sind unter 18 Jahre alt, viele wurden von ihren Familien getrennt.

Der UNHCR unterscheidet zwischen Flüchtlingen, Asylsuchenden und Binnenvertriebenen. Letztgenannte bilden eine deutliche Mehrheit der Menschen auf der Flucht. 40 Millionen sind Vertriebene im eigenen Heimatland. Gut 25 der 68,5 Millionen sind Flüchtlinge, die ihr Land verlassen mussten. Die Zahl der Asylsuchenden, die Ende 2017 auf den Asylentscheid warteten, betrug mehr als drei Millionen. Migranten, die aus wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verlassen, sind im Bericht nicht aufgeführt.

Global Report 2017

 

Flüchtlingskrise in Bangladesh

FHL 22mai18/
Mehr als ein halbes Jahr ist es her, dass Hunderttausende Angehörige der burmesischen Rohingya in Panik vor der Gewalt in ihren Heimatdörfern flohen. Verstört, erschöpft, mit leeren Händen überquerten sie die Grenze nach Bangladesh, über die Hälfte von ihnen waren Kinder. Dicht gedrängt und unter widrigsten Umständen leben sie seither in provisorischen Auffanglagern.

Nun zeichnet sich durch die Monsunzeit eine neue Tragödie ab. Bereits die ersten Regenfälle haben Hänge ins Rutschen gebracht. Stürme beschädigen die behelfsmässigen Unterkünfte. Und das sind erst die Vorboten dessen, was die Menschen in den kommenden Wochen und Monaten erwartet. UNICEF arbeitet unter Hochdruck daran, Hütten und Infrastrukturen abzusichern und die Wasserversorgung aufrechzuerhalten. Doch es sind dringend weitere Anstrengungen nötig, und die Zeit läuft davon.

Helfen Sie UNICEF, die traumatisierten Rohingya-Kinder vor einer neuen Katastrophe zu bewahren. UNICEF dankt Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung.  Zur Hilfe hier klicken

Warum UNICEF?

 

 

 

 

 

Nansen Preisverleihung 2017

Nansen-Flüchtlingspreis

Eine Auszeichnung für ausserordentliches Engagement im Flüchtlingsschutz

Der Nansen-Flüchtlingspreis ist nach dem berühmten norwegischen Forscher Fridtjof Nansen benannt. Fridtjof Nansen hat nicht nur die Polarregionen der Welt erforscht, sondern war auch der erste Flüchtlingshochkommissar des Völkerbundes. Als sich Europa nach dem Ersten Weltkrieg im Wiederaufbau befand, hat sich Fridtjof Nansen für Flüchtlinge eingesetzt und wurde so zu einem Vorbild für kommende Generationen.

Seit 1954 wird der Nansen-Flüchtlingspreis von der Schweizer und der norwegischen Regierung verliehen. Die Auszeichnung besteht aus einer Erinnerungsmedaille und einem Geldpreis über 150’000 Dollar, die jedes Jahr im Oktober an Einzelpersonen oder Organisationen vergeben werden, um deren aussergewöhnlichen Einsatz für den Flüchtlingsschutz zu würdigen.

Die Preisträger stehen für die Werte, die Fridtjof Nansen zeit seines Lebens verkörpert hat: eine feste Überzeugung und Beharrlichkeit im Angesicht von Herausforderungen:

„The first great thing is to find yourself
and for that you need solitude and contemplation
– at least sometimes.
I can tell you deliverance will not come
from the rushing noisy centers of civilization.
It will come from the lonely places.“  (Fridtjof Nansen)


                                           

Mehr zum Nansen-Flüchtlingspreis 2017                                                            Mehr zu Fridtjof Nansen

 

10 Personen als „Relocation Flüchtlinge“

Anfangs Juli 2017 bezog die letzte Familie der 9 anerkannten Flüchtlinge mit Status B aus dem Relocation-Programm eine noch von der Flüchtlingshilfe organisierte Wohnung. Die 10. Person mit der Vorläufigen Aufnahme „F“ verbleibt in den Strukturen der Flüchtlingshilfe.

Am Dienstag, 17. Jan. 2017 traf die erste, 10-köpfige Gruppe der von der Regierung bewilligten Relocation Flüchtlinge ein. Diese Personen durchlaufen das normale Asylverfahren in Liechtenstein.
Sie alle sind wohlauf, aber müde von der langen Reise aus Griechenland und werden wie alle anderen Asylsuchenden von der Flüchtlingshilfe Liechtenstein betreut. Kurz nach dem Mittag trafen sie im Aufnahmezentrum ein. Nach einer kurzen Begrüssung und ersten Informationen gabs erst mal etwas Warmes zu essen und trinken. Anschliessend wurde die Unterkunft bezogen, damit alle erst einmal richtig ankommen konnten. Dies entspricht dem normalen Aufnahmeprozedere der Flüchtlingshilfe. In den kommenden Tagen gilt es viel Information und Administration zu begreifen und zu bewältigen: Nebst den Asylbefragungen im Ausländer- und Passamt wird gezeigt, wie und wo die Nahrungsmittel gekauft und ins Aufnahmezentrum gebracht werden können, die Gesundheit wird gecheckt und erste Kontakte werden geknöpft. Da keine Person deutsch spricht, ist die Sprachvermittlung von Beginn an – wie immer – eine grosse Herausforderung:

Der erste Sozialisierungskurs beginnt bereits am Donnerstagmorgen.

Ziel dieser Kurse ist es, Asylsuchende in ihren speziellen Lebenssituationen zu unterstützen. Sie erhalten die Möglichkeit, landeskundliches Wissen zur Erstorientierung verbunden mit einfachen Deutschkenntnissen zu erwerben. Damit soll ihnen der Alltag erleichtert werden. Weiters dient der Kurs dazu, sie in ihrer Selbständigkeit zu stärken. Die Möglichkeit zur gegenseitigen Kommunikation fördert auch die Akzeptanz und das Verständnis von anderen Kulturen unter den Teilnehmenden, was letztlich die spezielle Wohngemeinschaft im Aufnahmezentrum fördert und Aggressionen abbaut.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen sich die Kursteilnehmenden Kenntnisse über Themengebiete aneignen, die für sie von besonderer Wichtigkeit sind, wie z.B. über Einrichtungen ihrer Umgebung incl. Behörden, Regelungen der medizinischen Versorgung sowie Grundstrukturen des Zusammenlebens und des Alltags in Liechtenstein. Sie erlernen dabei Grundbegriffe und sprachliche Wendungen dieser Sachgebiete, die sie in einfachen Sätzen anwenden können. Dies soll den Asylsuchenden die Eintrittsphase in unserem Land erleichtern und ihnen darüber hinaus grundsätzliche Kenntnisse über wichtige Gepflogenheiten ihres neuen Lebensumfeldes vermitteln.

Die Inhalte der Erstorientierung sind an den Bedürfnissen der Asylsuchenden hinsichtlich einer ersten Orientierung in Liechtenstein ausgerichtet. Folgende Themengebiete sollen behandelt werden:

  • Alltag in Liechtenstein
  • Arbeit
  • Einkaufen / Nahrung
  • Gesundheit / Medizinische Versorgung / Hygiene / Zahnprophylaxe
  • Kindergarten / Schule
  • Orientierung vor Ort / Verkehr / Mobilität
  • Sitten und Gebräuche in unserem Land / Lokale Besonderheiten
  • Sprechen über sich und andere Personen / Soziale Kontakte
  • Wohnen / Ruhezeiten (Lärm)
  • Verhalten im Aufnahmezentrum, wie funktioniert die Waschmaschine, wann und wie Kochen, Putzen, was bedeutet Nachtruhe
  • Wertevermittlung und Rollenverständnis (bsp. Frauenbild)
  • Verständnis- und Akzeptanzaufbau für die fremde Kultur des Mitbewohnenden
  • Rechte und Pflichten für Asylsuchende in Liechtenstein

 

 

 

Mid-Year Trends 2016

Produced and printed by UNHCR
17 February 2017

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