Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für den Schutz von Asylsuchenden, Vorläufig Aufgenommenen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für Respekt, Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention.

Geschichte

Anfangs der neunziger Jahre flüchteten zahlreiche Menschen aufgrund der kriegerischen Ereignisse in Ex-Jugoslawien nach Liechtenstein. Mehrere hundert Kriegsflüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina suchten in jener Zeit Schutz in unserem Land. Die Flüchtlinge wurden damals vom Amt für Soziale Dienste betreut. Verschiedene liechtensteinische Hilfswerke übernahmen ebenfalls auf freiwilliger Basis Betreuungsaufgaben und engagierten sich vor allem für die Ausbildung und Beschäftigung der Flüchtlinge. Im Rahmen des Projektes „Nachbarschaftshilfe“ konnte zahlreichen vorübergehend in Liechtenstein aufgenommenen Menschen eine Arbeit vermittelt werden.

Die eingangs erwähnten Hilfswerke schlossen sich in den ersten Jahren in einer Arbeitsgruppe „Hilfe und Betreuung für Besucher aus den gefährdeten Gebieten Ex-Jugoslawiens“ zusammen, anfänglich unter der Leitung des damaligen Leiters des Sozialamtes, Mag. Richard Biedermann. Die Arbeitsgruppe wurde 1994 aufgelöst und unter dem Namen „Flüchtlingshilfe“ neu formiert. In der Flüchtlingshilfe arbeiteten Mitglieder der Caritas Liechtenstein, des Hilfswerks Liechtenstein, der Stiftung „Justitia et Pax“, des Landesseelsorgerates des Dekanates, des Liechtensteinischen Roten Kreuzes und der Tibetunterstützung Liechtenstein mit. Die Koordination der Arbeitsgruppe lag in den Händen von Marie-Louise Eberle, welche ursprünglich als Vertreterin des Liechtensteinischen Entwicklungsdienstes LED in der Flüchtlingshilfe tätig wurde. Diese Arbeitsgruppe sah es als ihre zentrale Aufgabe an, die Anliegen, Probleme und Bedürfnisse der Flüchtlinge gegenüber der Regierung, verschiedenen Ämtern sowie bei öffentlichen Stellen zu vertreten.

Aufgrund der Erfahrungen anlässlich des ersten Balkankrieges mit den vielen Hilfe suchenden Menschen in Liechtenstein veranlasste die Regierung die Erarbeitung eines Gesetzes über die Aufnahme von Asylsuchenden und Schutzbedürftigen (Flüchtlingsgesetz). Bei der Ausgestaltung des Gesetzes, welches am 1. Juli 1998 in Kraft trat, arbeiteten auch die Hilfswerke mit. Das neue Gesetz sah die Mitwirkung von privaten Organisationen bei der Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden und Schutzbedürftigen vor. Im Zuge der Erarbeitung des Flüchtlingsgesetzes wurde in unmittelbarer Nähe des Polizeigebäudes das erste Aufnahmezentrum für Flüchtlinge in Liechtenstein errichtet. Das in einfacher Holzbauweise erstellte Gebäude wurde am 10. Juli 1998 eröffnet und erlebte im Zuge des Kosovokrieges in den Jahren 1998/1999 sogleich seine Feuertaufe.

Mit der neuen Rechtsgrundlage für die Asylsuchenden und Flüchtlinge waren verschiedene organisatorische Massnahmen verbunden. Das Ausländer- und Passamt blieb weiterhin für die Abwicklung des Verfahrens bei den Asylsuchenden zuständig. Die Betreuung der Asylsuchenden, welche vormals durch das Amt für Soziale Dienste erfolgt ist, wurde hingegen neu geregelt. Die Unterbringung und Betreuung der Asylsuchenden und Schutzbedürftigen sowie die Leitung des Aufnahmezentrums für Flüchtlinge wurde von der Regierung mit Leistungsvereinbarung im Jahre 1998 der Flüchtlingshilfe übertragen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war die Flüchtlingshilfe ein Zusammenschluss von verschiedenen Hilfswerken gewesen, welche in loser Form im Rahmen der Flüchtlingshilfe tätig gewesen waren und die Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen übernommen hatten. Die bisherige Arbeitsgruppe „Flüchtlingshilfe“ wurde auf Wunsch der Regierung im Hinblick auf die Übernahme von Aufgaben im Rahmen des neuen Flüchtlingsgesetzes in den Verein „Flüchtlingshilfe Liechtenstein“ überführt. Die Flüchtlingshilfe hatte sich bereit erklärt, die Betreuungsaufgaben im Sinne des neuen Gesetzes weiterzuführen und weitere gemäss Gesetz vorgesehene Aufgaben, wie die Vertretung in den Asylverfahren und die Rechtsberatung der Asylsuchenden, zu übernehmen.

Gegründet wurde der Verein „Flüchtlingshilfe Liechtenstein“ im Jahre 1998 von der Caritas Liechtenstein, dem Verein für eine offene Kirche (als Nachfolgeorganisation des Landesseelsorgerates), der Stiftung Justitia et Pax sowie Einzelpersonen aus dem Umfeld verschiedener Hilfswerke. Der erste Vorstand nach der Gründung des Vereins setzte sich wie folgt zusammen: Marie-Louise Eberle, Präsidentin; Dr. Georges Baur, Josy Biedermann, Beatrice Büchel, Marina Kieber, Dr. Marianne Marxer.