Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für den Schutz von Asylsuchenden, Vorläufig Aufgenommenen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für Respekt, Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention.

Bistro on the run

Wer in den letzten Wochen und Monaten den Wochenmarkt in Balzers besucht hat, der hat sicherlich einen kleinen, grünen Wohnwagen entdeckt, bei dem man gemütlich für Kaffee und Kuchen verweilen oder exotische Leckereien probieren kann. Dieser Wohnwagen ist das von Manuela Bazzana geleitete Pilot-Projekt „Bistro on the run“, mit dem Ziel, einen Begegnungsort für Geflüchtete und Beheimatete zu schaffen.

 

 

Arbeitet man nicht direkt mit Flüchtlingen, hat kaum ein Liechtensteiner etwas mit ihnen zu tun. Dabei wäre ein Austausch dieser zwei Lebenswelten für beide von Vorteil. Vorurteile und Ängste sind hartnäckig und lassen sich nur schwer vertreiben – zumindest dann, wenn es keinen zwischenmenschlichen Kontakt und Austausch gibt. Genau da setzt das „Bistro on the run“ an, es schafft einen Ort der alltäglichen Begegnung, in dem das Kennenlernen leicht fällt. Essen und Kochen bilden eine ideale Grundlage, um in eine andere Kultur hineinzuschnuppern und diese kennenzulernen. Für die Asylsuchenden, die oftmals am Mangel an Sozialkontakten leiden, ist diese Begegnung eine Chance persönliche Kontakte zu knüpfen, die später zu sozialen Beziehungen heranwachsen können. Die wöchentliche Teilnahme an diesem Projekt reisst sie nicht nur aus ihren teilweise isolierten Leben heraus, sondern schafft gleichzeitig eine geordnete Tagesstruktur und dient zur individuellen Förderung, persönlichen Orientierung und besseren Selbsteinschätzung ihres Könnens.

Manuela Bazzana, die über die entsprechende Grundlagen in Führung, Agogik und Gastronomie verfügt, macht die Entstehung eines geschützten Raumes für die Geflüchteten, in dem sie einer Arbeit nachgehen, kreativ sein und gleichzeitig ihre sprachlichen Kompetenzen verbessern können möglich. Dabei gibt es unterschiedliche Tätigkeiten, die von der künstlerischen Gestaltung der Getränkekarte und Flyers über den allgemeinen Service und die Arbeit in der Küche bis hin zu administrativen Aufgaben, beispielsweise Planung und Preiskalkulation, reichen. Geflüchtete sind hier nicht nur Asylsuchende sondern Mitgestalter und Mitgestalterinnen, Gastgeber und Gastgeberinnen. Sie können sich mit den Einheimischen auf Augenhöhe austauschen.

Das Projekt startete im April und endet nach der Wochenmarkt-Saison 2019 im November, pausiert wurde nur in den Sommerschulferien.  In dieser Zeit war und ist das „Bistro on the run“ nicht nur ein kulinarisches Freizeit- und Beschäftgiungsprogramm, sondern hat auch die Aufgabe, die Integration zu erleichtern und die unsichtbare Barriere zwischen Geflüchteten und Beheimateten niederzureissen.

Nachfolgend noch ein paar Impressionen des Bistro on the run am Balzner Wochenmarkt:

Text: Lea Zorc (Praktikantin)