Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für den Schutz von Asylsuchenden, Vorläufig Aufgenommenen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein steht ein für Respekt, Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen und Schutzbedürftigen.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte.
Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein setzt sich ein für die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention.

10 Personen als „Relocation Flüchtlinge“

Anfangs Juli 2017 bezog die letzte Familie der 9 anerkannten Flüchtlinge mit Status B aus dem Relocation-Programm eine noch von der Flüchtlingshilfe organisierte Wohnung. Die 10. Person mit der Vorläufigen Aufnahme „F“ lebt derzeit bei einer liechtensteinischen Familie.

Am Dienstag, 17. Jan. 2017 traf die erste, 10-köpfige Gruppe der von der Regierung bewilligten Relocation Flüchtlinge ein. Diese Personen durchlaufen das normale Asylverfahren in Liechtenstein.
Sie alle sind wohlauf, aber müde von der langen Reise aus Griechenland und werden wie alle anderen Asylsuchenden von der Flüchtlingshilfe Liechtenstein betreut. Kurz nach dem Mittag trafen sie im Aufnahmezentrum ein. Nach einer kurzen Begrüssung und ersten Informationen gabs erst mal etwas Warmes zu essen und trinken. Anschliessend wurde die Unterkunft bezogen, damit alle erst einmal richtig ankommen konnten. Dies entspricht dem normalen Aufnahmeprozedere der Flüchtlingshilfe. In den kommenden Tagen gilt es viel Information und Administration zu begreifen und zu bewältigen: Nebst den Asylbefragungen im Ausländer- und Passamt wird gezeigt, wie und wo die Nahrungsmittel gekauft und ins Aufnahmezentrum gebracht werden können, die Gesundheit wird gecheckt und erste Kontakte werden geknöpft. Da keine Person deutsch spricht, ist die Sprachvermittlung von Beginn an – wie immer – eine grosse Herausforderung:

Der erste Sozialisierungskurs beginnt bereits am Donnerstagmorgen.

Ziel dieser Kurse ist es, Asylsuchende in ihren speziellen Lebenssituationen zu unterstützen. Sie erhalten die Möglichkeit, landeskundliches Wissen zur Erstorientierung verbunden mit einfachen Deutschkenntnissen zu erwerben. Damit soll ihnen der Alltag erleichtert werden. Weiters dient der Kurs dazu, sie in ihrer Selbständigkeit zu stärken. Die Möglichkeit zur gegenseitigen Kommunikation fördert auch die Akzeptanz und das Verständnis von anderen Kulturen unter den Teilnehmenden, was letztlich die spezielle Wohngemeinschaft im Aufnahmezentrum fördert und Aggressionen abbaut.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen sich die Kursteilnehmenden Kenntnisse über Themengebiete aneignen, die für sie von besonderer Wichtigkeit sind, wie z.B. über Einrichtungen ihrer Umgebung incl. Behörden, Regelungen der medizinischen Versorgung sowie Grundstrukturen des Zusammenlebens und des Alltags in Liechtenstein. Sie erlernen dabei Grundbegriffe und sprachliche Wendungen dieser Sachgebiete, die sie in einfachen Sätzen anwenden können. Dies soll den Asylsuchenden die Eintrittsphase in unserem Land erleichtern und ihnen darüber hinaus grundsätzliche Kenntnisse über wichtige Gepflogenheiten ihres neuen Lebensumfeldes vermitteln.

Die Inhalte der Erstorientierung sind an den Bedürfnissen der Asylsuchenden hinsichtlich einer ersten Orientierung in Liechtenstein ausgerichtet. Folgende Themengebiete sollen behandelt werden:

  • Alltag in Liechtenstein
  • Arbeit
  • Einkaufen / Nahrung
  • Gesundheit / Medizinische Versorgung / Hygiene / Zahnprophylaxe
  • Kindergarten / Schule
  • Orientierung vor Ort / Verkehr / Mobilität
  • Sitten und Gebräuche in unserem Land / Lokale Besonderheiten
  • Sprechen über sich und andere Personen / Soziale Kontakte
  • Wohnen / Ruhezeiten (Lärm)
  • Verhalten im Aufnahmezentrum, wie funktioniert die Waschmaschine, wann und wie Kochen, Putzen, was bedeutet Nachtruhe
  • Wertevermittlung und Rollenverständnis (bsp. Frauenbild)
  • Verständnis- und Akzeptanzaufbau für die fremde Kultur des Mitbewohnenden
  • Rechte und Pflichten für Asylsuchende in Liechtenstein